Bahnhofstunnel Hennigsdorf

Bahnhof Hennigsdorf - 2000

Bauherr: Deutsche Bahn AG

Leistungsphase: 2 - 8

Auszeichnungen: Renault Traffic Design Award · Anerkennung · 2001,
Innovationspreis Architektur und Technik · 2000

 

Der S-Bahnhof Hennigsdorf mit zwei Bahnsteigen ist auf einem Bahndamm erbaut, der die Stadt nach Westen hin begrenzt. Zwei Treppenanlagen führen in eine polygonale Betonröhre, die die durch den Bahndamm getrennten Stadtteile miteinander verbindet, zugleich aber auch der Zugang zu den Bahnsteigen ist. Diese Verbindung stellte einen jener seelenlosen Unräume dar, die einzig dazu einladen, möglicht schnell hindurchzugehen. Eine verhasste Wegstrecke, auf der sich der Schmutz und die Aggression der durcheilenden Menge anhäufen. Im Rahmen der Modernisierung des Bahnhofs musste dieser Unort aufgewertet werden.
Ausgehend von der Überlegung, den Tunnel in seiner ungewöhnlichen Form als polygonale Röhre zu zeigen, wurde der Raum auf seine Begrenzungsflächen reduziert. Die acht Wandsegmente wurden geglättet und einheitlich in hellem Gelb gestrichen, die Bodenfläche mit dunklen Verbundsteinplatten ausgelegt. Als Lichtquelle dienen freistrahlende Rohrleuchten, von denen jeweils drei Stück im Abstand von 10 cm ein Lichtelement bilden. Jedes Lichtelement ist mit je einer Leuchtstofflampe in den Farben Rot, Grün und Blau bestückt. Durch Veränderung der prozentualen Anteile der drei Lichtfarben lässt sich das Raumlicht von Weiß bis in jede weitere Spektralfarbe ändern.
Die Rauminszenierung ist dabei geprägt durch das Element der Bewegung: In flüssigem Ablauf schwillt das Licht der einzelnen Lichtelemente nacheinander an und ab, so dass die Lichtspirale in Rotation versetzt wird. Zudem verändert sich ihr Licht in immer neuen Lichtfarben. Das farbige Licht bewegt sich durch den Raum und durchspült ihn mit immer frischen Farben.