Wohn- und Geschäftshaus Oskar-von-Miller-Straße

Frankfurt am Main - 2010

Standort: Oskar-von-Miller-Straße · Frankfurt am Main

Bauherr: Nassauische Heimstätten Wohnungs- und Entwicklungsges. mbH Frankfurt

Wettbewerb: 1. Preis

BGF: 8.550 qm

 

Die städtebauliche Grundidee des Entwurfs zielt auf die Schaffung eines hochwertigen baulichen Gegenübers zum Areal der ehemaligen Großmarkthalle von Martin Elsaesser, dem Sitz der Europäischen Zentralbank. Die Gestaltung des langen, spannungsvoll gekrümmten Baukörpers folgt dem Leitbild einer skulpturalen Komposition. Durch signifikante Gebäudeeinschnitte wird eine maßstäbliche Gliederung der Baumasse erreicht und zugleich ein räumlich erfahrbarer Bezug zur städtebaulich dominanten Großmarkthalle hergestellt. Diese Durchlässigkeit der Baustruktur ermöglicht gleichzeitig eine optimale Belichtung und Belüftung aller Wohneinheiten auch zu den angrenzenden Gebäuden. Ein halbprivaten Garten als „Dünenlandschaft“ über dem Deck der Tiefgarage angelegt, stellt zugleich einen Bezug zu den Grünflächen am Main her.
In der Gestaltung der Fassade wird in einer „Hommage an Martin Elsaesser“ der Bezug zur denkmalgeschützten ehemaligen Großmarkthalle erneut aufgegriffen indem die Klinker- Fassade entsprechend der Struktur der Großmarkthalle von Sichtbetonstreifen gegliedert wird.
Die Idee des Grundrisskonzepts der 52 Wohnungen beruht auf einer Reduzierung der strukturellen Vorgaben, so dass im Rahmen einer differenzierten Wohnungsmischung individuell anpassungsfähige Einheiten mit dem Schwerpunkt »familiengerechtes Wohnen« entstehen. Die Qualität der einzelnen Wohnungen begründet sich weiterhin aus dem Spiel der Ausrichtungen, einem optimalem Außenbezug und der funktionalen Gestaltungsvielfalt.
Jeder Wohnung ist in Erweiterung der inneren Raumfolge beidseitig in Form von Loggien, Glasloggien oder Balkonen eine weitere nutzbare Raumschicht vorgelagert. Die Ausgestaltung dieser Elemente stellt einen deutlichen Bezug zu den signifikanten Eckfenstern der Großmarkthalle her.
Mit der geforderten städtebaulichen Dichte zeigen sich neue Perspektiven differenzierter Freiräume, als individueller Außenraum zum Wohnraum gehörend und als Ort der Hausgemeinschaft auf dem Dach der Tiefgarage. Die dynamisch spannende Formsprache der Architektur wird auf die Freiflächen übertragen, aufgenommen und transformiert.

Durch die Höhenlage liegt der dünenartige Freiraum wie eine Oase abseits vom Durchgangsverkehr. Das Gelände ist einer flachen Düne mit leichten Modellierungen nachempfunden, deren Relief durch die Höhenstaffelung der Pflanzung untermalt wird. Im Zusammenspiel von niedrigen Gehölzen und Solitären wird in regelmäßigen Abschnitten die Düne von Grasfeldern aufgebrochen. Niedrige immergrüne Pflanzenskulpturen werden überstanden von Formgehölzen wie die schirmförmige Felsenbirne, die den Jahreszeitenaspekt durch Blüten auf die Düne bringen.
Drei ellipsenförmige Separees in unterschiedlichen Maßen differenzieren die Fläche und gestalten drei eigene Räume, die Platz für ein vielfältiges Freizeitangebot bieten. Akzentuiert werden die Flächen durch geschnittene Heckenkörper. Zwischen den Spielorten und dem Treffpunkt erlebt man im Besonderen die großzügigen, in vielfältigen Höhen gestaffelten Pflanzungen beidseitig und erhält auch einen Eindruck der unterschiedlichen eingeschobenen Teilräume. Am südlichen Ende des Gartens schließt ein Cafe an den Straßenraum an. Durch den Höhensprung werden keine Einblicke von außen in die wohnraumbezogene Freifläche zugelassen und die Privatsphäre geschützt.